Update qua Gesetz – Aktua­li­sie­rungs­pflicht nach § 327 f BGB in der Praxis

“Die Ein­füh­rung der §§ 327 ff. BGB stellt eine umfas­sen­de Novel­lie­rung des deut­schen Schuld­rechts dar. Die Schaf­fung geson­der­ter gesetz­li­cher Bestim­mun­gen für digi­ta­le Pro­duk­te soll der tech­ni­schen Ent­wick­lung, ins­be­son­de­re in Bezug auf die Cyber­si­cher­heit digi­ta­ler Pro­duk­te, gerecht wer­den. Wei­te­re umfas­sen­de Vor­schrif­ten zum Ver­brau­cher­schutz bedin­gen dar­über hin­aus die stei­gen­den Anfor­de­run­gen an Her­stel­ler und Ver­triebs­part­ner inner­halb der Lie­fer­ket­ten. Fra­ge­stel­lun­gen, wie z.B. hin­sicht­lich des maß­geb­li­chen Zeit­rau­mes bei der Bereit­stel­lung von Aktua­li­sie­run­gen, füh­ren in der Pra­xis zu erheb­li­chen Rechts­un­si­cher­hei­ten. So scheint es, dass der Gesetz­ge­ber die Kon­kre­ti­sie­rung, jeden­falls teil­wei­se, der Recht­spre­chung über­las­sen will und zahl­rei­che Aus­le­gungs­fra­gen nach aktu­el­lem Stand bis­lang kei­ne hin­rei­chen­de Klä­rung erfah­ren haben.

Die­se für Unter­neh­men ungüns­ti­ge Aus­gangs­la­ge gilt es daher im Ver­hält­nis zwi­schen Her­stel­lern und Ver­triebs­part­nern ver­trag­lich aus­rei­chend zu berück­sich­ti­gen, um uner­war­te­te finan­zi­el­le Belas­tun­gen durch nach­träg­lich über­nom­me­ne Ver­pflich­tun­gen zu ver­mei­den. […] Zur Ver­hin­de­rung des Aus­ein­an­der­fal­lens der Anfor­de­run­gen zwi­schen Her­stel­lern, Zulie­fe­rern oder sons­ti­gen Ver­triebs­part­nern wird in Zukunft ein durch­ge­hen­des Rege­lungs­sys­tem auch im B2B-Bereich unum­gäng­lich sein. Wäh­rend zunächst durch ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen die neu­en Anfor­de­run­gen über die gesam­te Lie­fer­ket­te gewähr­leis­tet wer­den kön­nen, lässt die­ses unter­neh­me­ri­sche Vor­ge­hen das Bedürf­nis nach einer umfas­sen­den gesetz­li­chen Rege­lung hin­sicht­lich der Eta­blie­rung neu­er Anfor­de­run­gen für die gesam­te Lie­fer­ket­te, nicht entfallen.”

Ste­fan Hes­sel und Karin Potel in Heft 1/2022 der Fach­zeit­schrift ‘Recht Digi­tal’ (RDi).

Haus­nach­richt

Für den 23. und 24. Juni 2022 laden wir Sie ein, auf unse­rer Hybrid-Veranstaltung Digi­tal Busi­ness Con­fe­rence über aktu­el­le Ent­wick­lun­gen im Daten­schutz­recht, Updatever­pflich­tun­gen für Her­stel­ler und Ver­käu­fer von digi­ta­len Pro­duk­ten, neue regu­la­to­ri­sche Vor­ga­ben für Cyber­si­cher­heit sowie zahl­rei­che wei­te­re brand­ak­tu­el­le The­men rund um digi­ta­le Ser­vices und Pro­duk­te zu diskutieren.

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